Leserstimmen von Männern (die neuesten stehen ganz oben):


Seit dem März 2003 habe ich kaum noch inhaltlich neue allgemeinen Kommentare zu meinem Text bekommen, sondern statt dessen sehr persönliche Schilderungen, die ich natürlich nicht veröffentliche. Ich vermute, dass die meisten Leser ihre eigene Ansicht unter den zahlreichen Leserstimmen bereits in ähnlicher Form gefunden haben und mir daher keine Wiederholung schreiben wollen.

Dass fast alle Leser, die sich bisher geäußert haben, sehr viel Positives geschrieben haben, hat mich zunächst sehr erstaunt. Anscheinend ist es leicht, eigene Fragen in meinem Text wiederzufinden und dazu auch eine Antwort. Doch die wenigen negativen oder besser, kritischen Stimmen finden Sie nachfolgend auch. Ich versichere, dass die nachfolgenden Texte alle Originalzitate aus - weder bestellten noch irgendwie manipulierten - Leserbriefen (meistens per E-Mail erhalten) sind. Nur die Hervorhebungen für diejenigen, die möglichst schnell alles Wesentliche überschauen wollen, stammen von mir.

Nur für Web-Anfänger: Einen praktischen Tipp vorab:
Wollen Sie sich die Meinungsäußerungen von Lesern hier in Ruhe durchlesen, so klicken Sie links oben auf Ihr Menü „Datei“ und dort auf „Speichern unter ...“.
In dem Fenster erscheint blau unterlegt als Dateiname „Freundschaft08-Leserstimmen-Maenner.htm“. Wenn Ihnen dieser Name passt, klicken Sie auf „Speichern“, passt er Ihnen nicht, geben Sie einen anderen Dateinamen ein und klicken sodann auf „Speichern“. Ohne den möglicherweise noch tickenden Gebührenzähler liest sich's sicher angenehmer.

29. Januar 2008
Milos B.:
Ich habe Ihr Buch gleich nachdem ich es bekommen hatte, gelesen.
Ich war sehr erstaunt, dass es so etwas gibt. Näher gesagt: Ich war sehr erstaunt, dass es jemanden wie Sie gibt, der fast genau dieselben Fragen stellt wie ich ... Ich habe mich in Ihrem Buch sehr oft wiedererkannt, da ich genau das von Ihnen angesprochene Grundproblem sehr oft mit mir selbst erörtere.

12. März 2003
Georg C.:
Mein Meinung ist, dass Sie das Thema Homophobie sehr gründlich, umfassend und sehr treffend beschrieben und auch gute Lösungen aufgezeigt haben. Da gibt es fast nichts hinzu zu fügen. Ihr Titel ist sehr treffend. Es ist wirklich eine Kunst ein Freund zu sein.
Meine Schwierigkeit bezüglich Freundschaft besteht darin, die persönliche Nähe auszuhalten. Ich weiss, dass ich aus meiner Geschichte hierbei besondere (?) Probleme habe. Anderseits habe ich in vielen Gesprächen mit anderen Männern festgestellt, dass dies ein ganz verbreitetes und sehr vielschichtiges Problem ist. Wie ich aus Ihrem Buch entnommen habe, haben Sie glücklicherweise damit keine Schwierigkeiten und ich beneide Sie darum. Leider habe ich meine diesbezüglichen Zusammenhänge noch nicht so klar, dass ich sie schriftlich verfassen kann.

04. Januar 2003
Thomas B.:
vielen Dank für Ihr erstklassiges Buch. Ich habe darin eigene Erfahrungen wiedererkannt und sehr viel dazu gelernt. Besonders hat mich folgende Problematik angesprochen:
Zitat: Plötzlich stand mir die neue Frage klar vor Augen: "Was würde geschehen, wenn ich einen Mann fände, der ein klares Gefühl der Zuneigung bei mir auslöst und dieses erwidert? Würde das wechselseitige Gefühl dann ein deutliches Bedürfnis nach Sex auslösen?" So eine Frage kann man nicht theoretisch lösen. Man muß sie leben. Aber damit kam ich in eine Art Sackgasse, denn um mich prüfen zu können, ob die Freundschaft, die auf gegenseitigen Gefühlen fußt, homosexuelle Gelüste in mir weckt, mußte ich so eine Freundschaft erst einmal finden. Doch genau danach hatte ich bisher vergeblich gesucht (Zitatende).
Ich empfinde Männern gegenüber emotinale Nähe, Frauen gegenüber Distanz. Aus diesem Grunde habe ich mich lange für schwul gehalten, mich meinen Gefühlen gegenüber aber nicht gestellt. Mein Wunsch ist es im Wesentlichen, mit einem Männerfreund tagtäglich das Leben zu teilen. Zu Studienzeiten war das kein Problem, da WGs üblich sind. Inzwischen bin ich 37 und die Freunde stecken in anderen Lebensabschnitten, sprich Partnerschaften.
Vor 1,5 Jahren habe ich dann im schwulen Umfeld nach einem Partner umzusehen begonnen. Dabei habe ich gemerkt, dass bei schwulen Männern die Sexualität eine völlig andere Rolle als bei mir spielt. Im Prinzip kann ich mir vorstellen, mit einem Mann intim zu werden. Doch ist die Sexualität bei mir nicht der Motivator, bei schwulen Männern schon. Dadurch entsteht der kurisose Effekt, dass sich echte Freundschaften nur dann ergeben, wenn in Kleinanzeigen die Sexualität ausgeschlossen war.
Der Widerspruch nach Ihrer obigen Aussage ist nun: Freundschaften, die ehrliche Sexualität umfassen könnten, bilden sich nur, wenn diese ausgeschlossen ist. Dies entspricht leider auch der Praxis. Es gibt wenig langfristige schwule Partnerschaften. In einem solchen Fall stellt sich die Frage, wie man aus einer Männerfreundschaft eine Männerbeziehung macht, die den Aspekt, tägliches Gegenüber umfasst. Kennen Sie dort Beispiele von Lebensgemeinschaften, die sich aus Freundschaften gebildet haben?

19. Dezember 2002
Matthias G.:
Vielen Dank für die schnelle Zusendung Ihres Buches. Ich gebe zu, darauf mit großer Spannung gewartet zu haben. Deshalb habe ich auch die Zeit gefunden, es bereits heute in einem Zug zu lesen. Nachdem ich es gelesen habe, muss ich sagen, das es mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Das mir einzelne Passagen als etwas zu ausführlich vorkommen, liegt wahrscheinlich an meiner Erwartungshaltung, Lösungsansätze zu finden, wie ich mit meiner persönlichen Situation richtig umgehen kann.
... Unter vielem anderem durch die berufliche Entwicklung hat ein Auseinanderleben mit meiner Frau über die Jahre hinweg ständig zugenommen. Bis an eine Stelle an der ich bemerkte, das ich mich bisher zu sehr nur auf diese Partnerschaft fixiert hatte und eigentlich weder gute Bekannte, geschweige denn Freunde habe.
Ich brauchte einfach jemanden, mit dem ich reden konnte und mit dem ich meine Freizeit verbringen kann. Der erste Gedanke hätte sein können, sich eine Freundin zu suchen. Mein naiver Gedankengang war jedoch, dass mir das, selbst wenn es rein platonisch wäre, sofort als Seitensprung ausgelegt würde und meine Ehe noch mehr kaputt machen würde bzw. das Ende dafür bedeuten würde. Das will ich jedoch auf keinen Fall.
Vor einem halben Jahr lernte ich über das Internet einen 33-jährigen Mann kennen, der mir bereits bei unserem ersten persönlichen Treffen überaus sympathisch war. Es folgten weitere Treffen in immer kürzeren Abständen, so dass dieser Kontakt nicht zu verheimlichen war und so sah ich mich dem "bewussten" Verdacht ausgesetzt mit allen Varianten, die Sie in Ihrem Buch beschreiben. Es hat mich einige Mühe gekostet, diesen Verdacht bei meiner Frau und meinen Verwandten zu entkräften und Akzeptanz für meine erste Freundschaft zu erlangen.
Meine neue Beziehung möchte ich tatsächlich als wirkliche Freundschaft bezeichnen. Trotzdem bin ich noch immer irgendwie unzufrieden damit. Die mögliche Lösung meines Problems glaube ich in Ihrem Buch gefunden zu haben. Bei aller gegenseitigen Offenheit, Sympathie und Vertrauen bin ich mir zwar über meine Gefühle zu ihm im Klaren, aber ein Gespräch darüber steht noch aus. Ich kann nur hoffen, dass dieses Gespräch mein Gefühl bestätigen wird, das zwischen uns alles auf Gegenseitigkeit beruht. Aber als Fazit Ihres Buches sehe ich keine andere Möglichkeit, um unsere Freundschaft das werden zu lassen, was ich mir wünsche, oder?

27. August 2002
Waldemar S.:
Ich bin glücklich verheiratet und Vater von drei Kindern. Auch haben wir einen großen Bekanntenkreis. Was mir fehlt, ist ein sehr guter Freund oder auch mehrere. Bekannte habe ich einige; aber ich würde derzeit von keinem behaupten, dass er mein Freund ist.
Ihr Buch habe ich mit großem Interesse innerhalb von zwei Tagen gelesen. An einigen Stellen kam es mir befremdlich vor. Einige Textpassagen sind umständlich und lang. Auch konnte ich einigen Überlegungen nicht auf Anhieb folgen. Aber in der Hauptsache, und das ist der Grund meiner Mail, hat mich die Lektüre sehr angeregt: Seit kurzem bin ich in der Lage, anderen Menschen zu sagen und zu zeigen, dass ich sie mag, mich wohl in ihrer Nähe fühle und den Kontakt und den Austausch suche. Dies verdanke ich u.a. ihrem Buch und den Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe. Hierfür möchte ich mich bedanken.
Und nun schaue ich noch fröhlicher in die Zukunft; auch wenn ich weiterhin auf der Suche bin. Da ich ein gläubiger Mensch bin, kann ich dies mit Gelassenheit und Gottvertrauen.

11. März 2002
Manfred H.:
Meine ausdrückliche Anerkennung für diese sehr persönlich gehaltenen Erkenntnisse. Der Eindruck, sie ritten möglicherweise auf der inzwischen modern gewordenen Welle des "Sich Outens" hat sich bei mir, sollte er unterschwellig irgend wann einmal entstanden sein, durch Ihre doch sehr eingehenden Gedanken nicht eingestellt. Auch der Verdacht, Sie hätten evtl. doch homosexuelle Neigungen, hat sich zumindest insoweit im Laufe der Zeit verflüchtigt, als Sie sehr glaubhaft - gerade auf Grund Ihrer Begegnung mit Johannes - geklärt haben, dass Freundschaft eben praktisch keine sexuellen Züge beinhalten. Das Ergebnis: "Freundschaft ist ..." kann ich im Wesentlichen nachvollziehen. Daher würde ich das Buch auch vielen meiner Geschlechtsgenossen weiter empfehlen.
... Einen Begriff haben Sie bewusst oder unbewusst vermieden: Den Begriff des Eros. In meinen Augen spielt Eros bei Ihrer Sicht von Männern sehr wohl eine nicht zu unterschätzende Rolle - und ich meine, dass es auch Erotik ohne Sex gibt. Die Nähe, die für Sie für die Freundschaft zu Männern eine in meinem Verständnis doch große Rolle spielt, wenn Sie von Freundschaft reden, unterscheidet Ihre Einstellung dazu ganz erheblich von meiner, was sich letztlich natürlich aus der persönlichen Sozialisation eines jeden Menschen ergibt. Ich habe seit meiner Geschlechtsreife Männer immer auf Distanz gehalten.

12. Januar 2002
Walter:
1. Das zu einseitig selektierte Gästebuch erweckt höhere Erwartungen als Ihr Text erfüllen kann.
2. Das übergenaue Inhaltsverzeichnis finde ich überflüssig und z. T nutzlos.
Welchem Leser sollen Kapitelüberschriften nützen oder animieren wie:
War es erst einmal ausgesprochen, 22
Nehme ich dieses Beispiel als Parallele, 27
Jetzt hatte ich zwei Fragen, 27
...
3. Insgesamt erscheint mir Ihre Herangehensweise zu kopflastig stellenweise verquer.
4. Verqueer genauer gesagt, denn ich komme gefühlsmäßig auch zu dem Eindruck, daß hier eine unterdrückte Homosexualität - na gut- sagen wir Homoerotik, zum Ausdruck drängt. Begriffe wie 'schwul' und 'heterosexuell' tauchen über 50x auf.
Auch deshalb, weil schon Gunter P. am 1. Juli 1998 schreibt: "Ich habe den Eindruck, daß Sie sich darum bemühen, sich selbst (und gegebenenfalls auch anderen Menschen) beweisen zu wollen, daß Sie nicht homosexuell sind. Vermutlich haben Sie mit diesem Bemühen aber Unrecht."
Herrgott ist es für unsere Generation denn wirklich so schwer es über die Lippen zu bringen : Ja ich bin schwul!? Gründe nennen Sie ja selber beim Beschreiben des üblichen männlichen Selbstverständnisses.
5. Ich komme zu dem Ergebnis, daß es wohl kaum einen unternehmerisch wirtschaftenden Verlag gibt, der dieses Manuskript in Druck zu nehmen bereit ist und Sie wohl besser bei dieser Form der www-Darstellung bleiben sollten.
6. Das von Norbert José Mayer zitiertes Gedicht finde ich dagegen klasse!
Dennoch meinen Dank für Ihre aufwendige Bemühung um das Thema.
Antwort des Autors:
Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Ich will gern darauf antworten.
Zu 1.: Ich war erstaunt, daß ich sehr wenig kritische Reaktionen bekam. Daher konnte ich auch nur die wenigen in die "Leserstimmen" aufnehmen. Ihre werde ich natürlich hinzunehmen.
Zu 2.: Da sind Sie nicht der Erste. Es hängt damit zusammen, daß ich denkbar ungern lange Texte ohne Zwischenüberschriften lese.
Zu 3.: Das kann ich schlecht selbst beurteilen.
Zu 4.: Homoerotik bestreite ich gar nicht. Homosexualität würde ich auch nicht bestreiten, wenn ich sie bei mir feststellen würde. Was gäbe es für einen Grund, sie zu unterdrücken? Ich finde keinen.
Ich plädiere ja recht deutlich für einen Bereich zwischen den üblichen kumpelhaften Freundschaften und Homosexualität, weil ich überzeugt bin, daß es diesen Bereich gibt, auch wenn er schwer zu entdecken ist und öffentlich so gut wie gar nicht auftritt.
Zu 5.: Ein renommierter Verlag wollte das Manuskript haben, aber ich wollte (noch?) keinen Druck.
Zu 6.: Ich auch.

18. Juli 2001
Jörg M.:
Ich hatte die Gelegenheit, Ihr Buch im Urlaub zu lesen. Ich finde Ihr Buch ganz, ganz gut und wichtig! Erst mal führen Sie den Leser an das Thema an sich heran - die Berührungsängste mit dem Thema Homosexualität sind ja wirklich groß. Dann lassen Sie uns an Ihren reichhaltigen Erfahrungen teilnehmen, wodurch das Buch alles andere als trockene Theorie bleibt. Das Wichtigste für mich sind dann aber Ihre Schlussfolgerungen und Analysen der Beziehungen.
Ihr Buch habe ich durchweg mit Interesse gelesen, da ich mir eine für mich neue Erkenntnis erhoffte. Mit den üblichen männlichen Eigenarten wie Konkurrenz, Kampf, Imponiergehabe und Gefühlslosigkeit usw. kann ich mich bis heute - ausser beim Sport - nicht so recht identifizieren. Ich bin eher defensiv, jedoch offen eingestellt. Sie beschreiben eine Art von Beziehung, wie ich sie mir eigentlich auch wünsche. Sie haben mir dabei zu mehr Klarheit verholfen. Nachdem Sie praktisch bewiesen haben, daß es solch offene, tiefe und energiespendende Freundschaften geben kann, werde ich danach auf die Suche gehen. Denn liebende Beziehungen sind für mich ein wesentlicher Teil vom Sinn des Lebens.
Ich möchte Sie ermutigen, Ihr Buch weiter zu verbreiten. Es kann nur ein Gewinn für die Menschheit sein, wenn Männer den Weg zu Ihren Gefühlen finden.
PS: Zum Thema "Ansprüche bzw. Erwartungen" zwischen Menschen: Diese Art von "Beziehungskrieg" halte ich für eine schlimme Volkskrankheit, die viel vermeidbares Leid mit sich bringt. Ich finde, das dieses Thema schon zur Schulbildung gehören sollte. Denn was das Fach Psychologie angeht, sind die meisten Menschen heute wohl Analphabeten.
Falls ich zum Thema Freundschaften mal nicht weiterkomme, werde ich so frei sein, Sie anzusprechen. Es hat mich gefreut, auf diese Weise Bekanntschaft mit Ihnen gemacht zu haben.

17. Juni 2001
Timo S.:
Ja, ich habe Ihr Dokument in meinem Urlaub gelesen. Und ich habe das wirklich mit Freude getan.
Ihr Werk gefällt mir im Großen und Ganzen gut, da ich mich an einigen Stellen wiedergefunden habe, das heißt, daß ich über wahre Freundschaften unter 2 Männern genauso denke. Es ist halt, wie Sie es auch schreiben, in unserer Gesellschaft leider wirklich so, daß "wahre" Männer einfach nicht oder nur kaum fähig sind, über Gefühle zu sprechen, weil man das halt nicht als "wahrer" Mann tut.
Wo ich mit Ihnen nicht übereinstimme, ist, daß Sie jedem Homosexuellen nicht empfehlen, seine Neigungen in der Öffentlichkeit zu zeigen, damit seine Karrierechancen [der Autor schrieb: in bestimmten Firmen] nicht zerstört würden.
Ich bin da halt anderer Meinung und schließlich leben wir im Jahre 2001 und die Gesellschaft muß sich nun halt endlich mal an den Anblick gewöhnen, ein schwules Paar armumschlungen in der Stadt oder in der Kneipe zu sehen. Wenn die Betroffenen das immer nur verstecken, wird sich auch langfristig an der Haltung der Gesellschaft zu diesem Thema nichts ändern!
Zugegeben habe ich auch mal ein wenig das Gefühl gehabt, ich sei gelangweilt. Aber das lag wohl einfach daran, daß ich dachte "mein Gott, wieviel Modelle hat er denn so abgearbeitet"... Ich kam mit den vielen Männernamen fast durcheinander (bitte nicht übel nehmen!!! Aber das Gefühl kam halt kurz bei mir auf. Bin halt ehrlich!).
Und ich dachte mir halt so "der (also Sie) muß doch schwul sein", weil ich eben auch dieses Gefühl der Zuneigung bei einem "Besten Freund" brauche. Und ich bin halt schwul. So kam halt meine Denkweise über Sie zustande.
Wie dem auch sei, ich habe einen “Besten Freund”, ... nur leider ist der erstens vergeben und zweitens auch noch Hetero. Wahrscheinlich ist es auch deshalb die beste Freundschaft für jeden von uns.

05. Juni 2001
Horst R.:
Ja, es ist wirklich eine "Kunst, eines Freundes Freund zu sein". Die Lektüre Ihres Buches hat mir diese Erfahrung bestätigt, nachdem es mich überhaupt erst einmal zum tieferen Nachdenken darüber geführt hat. Ich danke Ihnen für dieses Buch. Ich bin darauf gestoßen, als ich selber eine tiefe Sehnsucht nach einem richtigen Freund in mir verspürte. Lange Jahre habe ich diese Sehnsucht unterdrückt und mich mit Freundschaften begnügt, die diese Bezeichnung kaum verdienen.
Nachdem ich mich durch Ihr Buch sehr mit dieser Frage beschäftigt habe, bin ich viel offener und spontaner geworden bei Begegnungen mit Männern. Ich habe wenig Hoffnung, nun einen ganz neuen richtigen Freund zu finden, dafür aber viel Mut, zu versuchen, meine bestehenden Freundschaften zu "entwickeln".
Mich beeindruckt Ihre intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach echter Freundschaft und Ihre Offenheit, in der Sie alle Aspekte von Freundschaft ansprechen und auch über Ihre sexuellen Erfahrungen berichten.
Für mich ist Ihre Schlussfolgerung besonders wichtig, dass Freundschaft ... ist. Ich selber könnte mir eine Männerfreundschaft auch mit Sex vorstellen, ahne aber, dass dabei eine entscheidende Schwelle überschritten wird. Ich habe darin keine Erfahrungen, nur Phantasien.
Ihr Buch hat mich sehr angesprochen und mir geholfen, meine Gefühle und Sehnsüchte einzuordnen.

04. Mai 2001
Hans P. S.:
Ich bin übrigens gerade dabei, Ihr Buch ein zweites Mal mit Aufmerksamkeit zu lesen und finde es auch diesmal wieder spannend, Parallelen zu eigenen Erkenntnissen und Versuchen zu ziehen.
Nachzutragen hätte ich, dass ich fast glaube, den meisten Männern fehlt das Bedürfnis nach Freundschaft und Nähe. Denn wenn sie es hätten, würde sich m. E. - wie bei mir - irgendwann ein so starken Leidensdruck ergeben, der ein befreiendes Handeln erzwingt (je früher, desto besser) - oder zu Alkohol oder Depressionen führt.

04. Mai 2001
Axel K.:
Ihre Ausführungen zum Thema Freunde sind für mich im Moment noch viel mehr als nur ein Buch. Was Sie an Beobachtungen, Gedanken und Erlebnissen zusammengetragen haben, betrifft mich in so vielfacher Weise, dass ich zur Zeit keine sachlich kühle oder - wie auch immer geartete - fertige Stellungnahme zustande bringe.
Vielmehr ist das Buch für mich wie ein Medikament, mit dem sich der Körper (hier mehr die Psyche) auseinander setzen muss.
Es provoziert mich aber, sofort nach der Lektüre Antwort auf die Frage zu geben, was ich ganz praktisch daraus gelernt habe (nicht viele Bücher haben diese Wirkung bei mir).
Außer der "Sofort-Antwort" für mich, die sich schon beim Lesen ergeben hat und die am Ende auch so geblieben ist, bereiten mir viele Anregungen Unruhe, die - aller Erfahrung nach - meine "unbewusste Abteilung für Ungereimtes und anstehende Probleme" erst einmal ohne mein bewusstes Zutun für mich "verdauen" wird.
... Um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen - die Quintessenz des Buches ist ja offensichtlich: Freundschaft ist ...
Weil es mir genau wie Ihnen geht, dass imperative Gedanken das Verhalten (und sogar die Träume) bestimmen, bedeutet diese Feststellung für mich ein Zugewinn an Klarheit, Freiheit und Freude.
... Natürlich habe ich das schon gewusst und auch ausgesprochen. Trotzdem habe ich nicht danach gehandelt.
Jetzt ist mir klar geworden, was ich z. B. in allerletzter Zeit bei einem jungen Litauer falsch gemacht habe, den ich im Herzen schon als meinen Sohn reklamiert hatte.
So - und jetzt wage ich auszusprechen, was sich mir beim Lesen des Buches immer wieder auffiel (vielleicht weil es mein eigenes Thema ist): S. 13 ... ich fühlte mich von einem Mann angenommen ..., S. 50 ... Ich empfand die ... Situation als ... Balsam für meine Seele. S. 57 ... die Freude des Angenommenseins ! Ein bewegendes Thema.
... Inzwischen reagiere ich nicht mehr so hysterisch wie vor Jahren, wenn ich einen Vater mit seinem kleinen Sohn schmusen sehe. Jetzt werde ich nur noch ein bisschen traurig. Manchmal freue ich mich auch, dass es dies nur in meiner Welt nicht gab, dass es jedoch so normal ist, wie ich nie zu hoffen wagte.
... Nur zwei Stellen will ich noch anführen.
1.) S. 21 letzter Absatz, wo Sie Hebamme spielten. Diese Zeilen fand ich einfach herrlich schön!
2.) Dem 19-jährigen hätte ich geraten, "...nimm ... deinen Freund so, wie er jetzt gerade ist. Der einzige Mensch, den ich ändern kann, das bin ich! Stell' dir vor, du stocherst genau in den Stellen seines Wesens herum, die ihn im Augenblick am meisten ärgern, die wie Wunden sind, die eitern und ihre Zeit brauchen, um ohne Störung von außen zu heilen".
Zum Abschluss: Für einen Psychologen mit Herz und Verstand wäre diese Studie über Freundschaft eine lohnende Fundgrube.
Ich halte es für dringend erforderlich, unserer Gesellschaft Impulse für eine Verhaltensänderung in Sachen Männerfreundschaften zu geben. Deswegen sollte das Buch weiter im Internet angeboten werden. Vielleicht habe ich nicht den Überblick, um beurteilen zu können, ob es reif ist, als Buch zu erscheinen. Für mein Gefühl ist es noch zu privat. Es wäre mir peinlich, es einer anonymen Öffentlichkeit auszusetzen. Als Gesprächsstoff unter Freunden jedoch ist es sehr anregend und zum Weitergeben dieses Tipps als Hilfe für bestimmte Einzelne finde ich es auch gut. Das ist lediglich (m)eine unmaßgebliche Meinung.
Es hat mir viel Spaß gemacht und Gewinn gebracht. Ganz anders als die beiden Freundschaftsanzeigen, die ich am selben Abend aufgegeben hatte, als ich ihr Buch im Internet fand.

02. Mai 2001
Fariss W.:
Kurz und bündig kann ich jedes Wort das darin steht, vollends bestätigen. Vielmehr ist das Schöne daran, dass Sie eine Thematik, die eigentlich immer fast stiefmütterlich behandelt wird, hier deutlich ausgesprochen haben. Dabei ist gerade Freundschaft etwas sehr Wichtiges und ich stimme eben Ihrer Sicht absolut zu.
Wie hat es aber meine Probleme mit meinem Freund verändern können? Ihr Buch hatte ich an einem Abend, gleich an dem Sie es mir geschickt hatten, gelesen. Ich bin kein schneller Leser, vielmehr ein interessierter Leser und die gesammelten Anregungen habe ich dazu genützt, am nächsten Tag meinem Freund einen Brief zu schreiben, in dem ich ihm offen gesagt habe, das in meinem Herzen durch unsere Entfernung eine Leere entstanden ist, die kein anderer zu lindern vermag.
... Nun, der Brief hat erst später ihn dazu bewegt, mich ohne ein Wort zu umarmen und mich auch bisweilen anzulächeln. Aber mir scheint, das diese kurzen Gesten ein Strohfeuer sind. So belasse ich es dabei und erfreue mich der schönen Erinnerungen. Aber wie Sie selber ja auch gesagt haben, so muss in einer Beziehung von beiden Seiten Signale, Bewegung, Engagement in eine Freundschaft kommen, andernfalls läuft das nicht.
... Ich glaube, ein anderer Leser Ihres Buches hatte es schon erwähnt, dass die sehr große Gliederung (Untergliederung) etwas zuviel ist. Das wäre meiner Ansicht nach die einzige Veränderung, die noch vorgenommen werden sollte.
Aber fasse ich zusammen, dass ich erfreut bin, dass ich nicht der einzige auf der Welt bin, der an Freundschaft wirklich ernsthaft willentlich interessiert ist und sich auch tiefere Gedanken darüber macht.

02. Mai 2001
Benjamin W.:
Ich fand es sehr gut zu lesen und war kein einziges Mal gelangweilt. Ich staune über Ihre Offenheit und Ihre Schilderung der Ereignisse. An mehreren Stellen konnte ich mich sehr gut mit Ihnen identifizieren, weil mir ähnliche Situationen widerfahren sind, z. B. Veränderung eines Freundes oder Kennenlernen eines 'Freundes'.
Die Voraussetzungen für Freundschaft, die sie am Anfang des zweiten Kapitels anführen, sehe ich ebenso. Vor allem das später erwähnte 'Geben ohne zu Erwarten' finde ich wichtig.
... Was ich jedoch in dem Buch ein wenig vermisst habe, war der mir wichtige Punkt von Hilfe und Unterstützung. Für mich ist ein Freund eine Person, die einfach da ist, wenn man sie braucht. Deshalb finde ich es auch nicht unwichtig, dass man sich relativ regelmäßig sieht.
Jedoch beschreiben sie in Ihrem Buch die ...basis einer Freundschaft sehr ausführlich, die mir bis jetzt so intensiv, wie Sie sie erleben, nicht bewußt geworden ist.
Abschließend möchte ich ihnen deshalb danken, dass sie Ihre eigenen Ansichten niedergeschrieben und mich wieder ein Stück weiter gebracht haben (die letzten acht Zeilen gefallen mir besonders gut.). Bei meiner nächsten Begegnung werde ich bestimmt an 'Ihre Worte' denken.

30. April 2001
Andreas S.
:
Ich habe Ihr Buch gelesen und finde es sehr angenehm zu lesen. Ich habe viel über meine Beziehungen zu Männern im allgemeinen und zu Freunden nachgedacht. Dafür bin ich Ihnen dankbar.
Es irritieren mich zwei Dinge: Zum einen die starke Reduzierung auf die Homosexualität und die Angst, als schwul zu gelten. Vielleicht meinen Sie es auch nicht so, aber ich habe es beim Lesen sehr stark empfunden. Ich kann diese Angst jetzt zwar verstehen, allerdings war der Gedanke mir fremd, sprich, wurde von mir zuvor so gut wie nie gedacht.
... Zum Zweiten bauen Sie Bilder von Einstellungen und ziehen Schlüsse und verkaufen sie als allgemeingültige Ware. Ich denke nicht, das Ihre Schlüsse alle (für mich !) falsch sind, nur stört es mich, wenn Begriffe mit Realität verwechselt werden. Vielleicht wollen Sie das gar nicht. Aber ich denke nicht, daß ich auf weitem Flur alleine mit meinem Empfinden stehe. Viele Dinge empfinde ich ganz anders als Sie, einige kann ich nachempfinden, andere nicht so sehr.

22. April 2001
Daniel R.:
Vielen Dank für Ihr großartiges Buch. Ich habe es in einem Stück gelesen und habe viele Erfahrungen, die Sie gemacht haben, ebenfalls erlebt. Meinen besten Freund kenne ich seit vielen Jahren, allerdings habe ich manchmal das Gefühl, daß er nicht so richtig weiß, wie er mit meiner Nähe umgehen soll. Ich glaube, daß ich durch Ihr Buch die Kraft gefunden habe, einmal mit ihm darüber zu reden.
... Die meisten Leute in Deutschland können es nicht verstehen, daß sich zwei Männer nahe sein können, ohne schwul zu sein.
... Ich finde es ganz wichtig, daß man gegenseitig ... füreinander hat, denn mit wem man seine intimsten Dinge bespricht, für den braucht es mehr als das oberflächliche "Vertrauen".
Auch stimme ich Ihnen in dem Punkt zu, daß es in Männerfreundschaften sehr schwierig ist, über Gefühle zu reden. Mein Freund tut sich da auch sehr schwer, aber auch hier habe ich durch Ihr Buch die Kraft, einmal mit ihm darüber zu sprechen.
Ihrem sogenannten Indiziencharakter von Seite 63 kann ich ebenfalls nur beipflichten. Diese Erfahrung habe ich erst letzte Woche wieder gemacht.
... Als Fazit kann ich nur sagen, daß unsere Freundschaft durch Ihr Buch ganz neue Impulse erhalten wird, wofür ich Ihnen sehr dankbar bin.

25. Februar 2001
Patrick D.:

Vielen Dank für die rasche Zusendung! Ich habe sofort angefangen zu lesen und erst am Ende wieder aufgehört. Ich möchte Ihnen mein erstes Feedback sogleich zukommen lassen und werde weitere Erfahrungen mit den neugewonnenen Erkenntnissen „nachliefern“.
Ich bin 30 Jahre alt und habe einen „besten Freund“ im Alter von 22 Jahren. Wir bauen zusammen ein New-Economy-Unternehmen auf und verbringen deshalb sehr sehr viel Zeit miteinander. Ich habe noch niemals eine so tiefe Bindung zu jemanden gehabt. Doch gerade das hat bislang immer zu Problemen geführt. Mein Freund wies schon öfters darauf hin, daß ich zuviel erwarte. Hierzu gibt es in Ihrem Buch ja auch die passende Stelle. Immer wieder habe ich Nähe erzwingen wollen bzw. die wahre Tiefe der Freundschaft hinterfragt, da er meine Erwartungen nicht erfüllte. Wie dumm ich doch gewesen bin!
Ihr Buch zeigt deutlich, daß mein Freund ein wahres Geschenk ist.
Trotz meines häufigen Gekränktseins hat er stets versucht, sein Bestes zu geben und vor allem, er läßt Zuneigung zu. Mir wurde deutlich, wie stark er sich doch um uns bemüht und stets versucht, meine Erwartungen zu erfüllen. Nur kann er sich nunmal nicht erzwungenermaßen öffnen. Ich erwartete, daß er mir Zugang zu seinem geistigen Intimbereich gewährt so wie ich Ihm. Er hat zurecht festgestellt, daß das ein natürlicher Prozeß sei und nicht erzwungen werden kann. Je nach Lage und Gefühl wird sich das ergeben. Wie recht er doch hat! Am Freitag hatten wir hierzu erst ein tiefes Gespräch. Hier haben wir beschlossen, ab sofort nur noch nach unseren Gefühlen zu gehen und unsere rationale „Verkrampfung“ loszuwerden, quasi alles geschmeidig und natürlich anzugehn. Ihr Buch hat mir nun zusätzlich die Augen geöffnet und ich spüre eine neue Energie, die unsere Freundschaft ganz neu beleben wird. Denn ich werde von nun an nichts mehr erwarten, sondern mich nur noch auf die Zuneigung zu ihm konzentrieren und es genießen, wie er sie wie bisher zuläßt. Aufbauend auf der entstehenden größeren freundschaftlichen Tiefe werde ich auch die körperliche Nähe fördern.
Schlüsselaussagen waren für mich:
- nichts erwarten,
- nicht wollen,
- Freiheit, keine Verpflichtung,
- Energiefluß durch zugelassene Zuneigung.

6. Februar 2001
Joachim N.:
Kleiner Tipp: Erst den hier folgenden Brief von Joachim N. vom 08.12.00 lesen!

Vor einigen Monaten habe ich Ihr Buch "Die Kunst eines Freundes Freud zu sein" als Datei erhalten. Um Ihnen über meine neuen Erfahrungen - verstärkt ausgelöst durch die Lektüre Ihrer Ausarbeitung - zu berichten, musste ich erst einmal Zeit verstreichen lassen. Die neuen Sichtweisen und die damit verbundenen positiven Veränderungen in meinem Leben beanspruchten mich sehr. Sie bedurften einer längerfristigen Reflektion. Außerdem wollte ich ganz sicher gehen, das Neue auch wirklich "leben" und "erleben" zu können. Ich wollte wissen, ob mein bisher (vielleicht) unterdrücktes Bedürfnis nach einer echten (Männer-) Freundschaft auch tatsächlich mein ernsthafter Wunsch war oder ob ich mein Leben eher als Einzelgänger verbringen wollte. Von dem wirklich glücklichen Familienleben, das ich mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen führte, einmal abgesehen.

Meine Selbsterfahrung in dieser Phase hat mir jetzt bestätigt, dass ich über eine sehr lange Zeit mangels einer echten Freundschaft gelitten habe. Nicht, dass ich keine "guten Bekannten" gehabt hätte. Aber deren Oberflächlichkeit und unverbindliche Unverbundenheit wurde mir erst recht nach der Lektüre bewusst. So habe ich Ihr Buch von Beginn an nicht als "fast" eine Anleitung, sondern als wirkliche Anleitung gesehen und eine Offenheit an den Tag gelegt, die mir bis dato fremd war. Immer auch im Hinblick darauf, dass ich wusste "Ich bin nicht allein mit dieser Problematik".
Seit längerem stand ich mit zwei Arbeitskollegen in engerem persönlichen Kontakt. Zwei völlig verschiedene Männer, aber jeder auf seine Art sympathisch und irgendwie "einfach nett". Einer der beiden, P., versuchte schon über einen längeren Zeitraum sein Verhältnis zu mir zu intensivieren. Aber auf (damals) unerklärliche Weise habe ich seine Nähe nicht zulassen wollen. Es war mir so verbindlich und irgendwie nicht geheuer.
Bis ich dann M. näher kennenlernte. Ein bis zweimal wöchentlich verbrachte ich meine Arbeitszeit in seinem Büro. Ich machte gerade eine hausintere Weiterbildungsmaßnahme, auf deren Plan auch die engere Zusammenarbeit mit diesem Mann stand. Ich habe schnell gemerkt, dass M. - vielleicht auch wie ich - ein Außenseiter in der Branche war. Es war daher sehr ungewöhnlich, auf einen Seelenverwandten zu stoßen - auf einen Menschen, der einen selbst zu spiegeln vermag ... wenn Sie wissen, wie ich das meine. Obwohl M. über 10 Jahre jünger ist als ich, habe ich von ihm so viel lernen können, wie lange schon nicht mehr von einem Menschen. Er beflügelte mich zu Dingen, von denen ich vorher nicht wusste, dass ich sie beherrsche. Letztlich haben wir uns gegenseitig so viel an positivem Input gegeben, dass wir beide wussten, in eine echte Freundschaft gehen zu können. Wir haben uns Briefe geschrieben, wir haben darüber gesprochen, wir haben einfach nur Spaß gehabt. Meine Frau war ebenfalls von diesem Bund begeistert und hat meine Veränderung bemerkt.
Im Dezember verließ M. die Stadt N., um in Berlin einen neuen beruflichen Wirkungskreis zu finden. Es war ein absoluter Schlag für mich. Aber meine Gefühle, die Angst "verlassen" zu werden, habe ich ihm mitgeteilt. Früher einfach undenkbar. Dieser Abschied hat uns jetzt nur noch näher gebracht - trotz der Distanz unserer Wohnorte. Er hat mich und meine Familie bereits in N. besucht und ich war für einige Tage bei ihm. Wir telefonieren, wir beraten uns gegenseitig. Und wir können weinen und lachen miteinander.
Ebenso erging es mir mit P., den ich vorher so gerne "abblitzen" ließ. Ich habe mit ihm gesprochen und ihm erklärt, dass ich selbst nie so genau wusste, ob ich eine Freundschaft eingehen möchte. P. sprach daraufhin offen und ehrlich über seine Gefühle und dass er stolz wäre, mich seinen Freund zu nennen und dass er immer am Boden zerstört gewesen sei, wenn er durch mich eine Ablehnung erfuhr. Er verband dies immer mit Erlebnissen aus seiner Kindheit. Ein bisschen habe ich mich geschämt, dass ich unbewusst einen wirklich netten Menschen so verletzt habe. Es war mir auch damals nicht bewusst.
Aber ich habe viel gelernt. Und es hätte keinen besseren Denkanstoss geben können als ihr Buch. Es hat mir geholfen, über meinen eigenen Schatten zu springen. Einfach auch wieder zu erkennen, dass ich nicht der knallharte Typ oder Macho bin, für den ich mich so gerne ausgegeben habe. Meine Gefühle spreche ich jetzt ziemlich deutlich aus, zumal ich weiß, wem gegenüber ich es auch tun kann.
Ich habe zwei echte Freunde gewonnen. Wow! ... kann ich da nur sagen. Was habe ich bisher versäumt!
... Ein Dankeschön für Ihr Anleitung und ganz liebe Grüße. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie mir eine Nachricht, wenn auch eine kurze, schicken würden.
(Das habe ich natürlich getan.)

1. Januar 2001
Dominik S.:
Tja, wie fange ich denn mal an? Vielleicht erstmal etwas über meine Person. Ich heiße Dominik, bin 19 Jahre alt und wohne in M..
Gestern hab ich angefangen, ihr Buch zu lesen und hab mir schon nach den ersten zehn Seiten gedacht: Ihm mußt du unbedingt schreiben, wenn du das Buch gelesen hast. Ich hab’s noch nicht zu Ende gelesen. Ich bin jetzt erst auf Seite 32 und muß sagen, dass ich nur sehr schleppend vorwärts komme. Nicht aus dem Grund, dass sie kompliziert oder langweilig schreiben (ganz im Gegenteil), sondern weil ich ständig mit meinen Gedanken abschweife und ihre Erzählungen mit meinen Erfahrungen vergleiche. Deswegen schreibe ich schon mal jetzt ein wenig und werde mich nach Beendigung noch mal melden.
Sie fragen sich sicherlich, warum mich das Geschriebene so anspricht. Genau weiß ich es auch noch nicht, aber ich versuche es ansatzweise zu erklären.
Ich kann von mir sagen, dass ich drei Männer/Jungs als meine "Freunde" bezeichnen darf. Ich kann sehr gut mit ihnen über Gefühle reden Ganz offen und auch in der Öffentlichkeit. Ich habe damit genauso wenig Probleme wie sie. Zwei von ihnen sind schwul, den dritten kenne ich schon seit der Krabbelgruppe. Meine beiden schwulen Freunde waren beide schon mal in mich verliebt. Ich konnte diese Liebe aber nicht erwidern (Denken sie jetzt nicht, ich hätte direkt abgeblockt und gesagt: "Ich schwul? Quatsch, ich doch nicht!" Ich hab mir schon meine Gedanken gemacht und bin aber zu dem Ergebnis gekommen, dass ich nicht schwul bin. Auch wenn es bewiesen ist, dass wir alle einen gewissen Teil an Homosexualität in uns haben. Ich fühl’ mich nicht auf diese Art zu meinen Freunden hingezogen. Ich mag zwar ihre Zuneigung, aber auf seine bestimmte Art und Weise; auf die eines Freundes). Letztendlich hat sich in beiden Fällen eine sehr intensive Freundschaft entwickelt.

8. Dezember 2000
Joachim N.:
Ich habe mich sehr gefreut, als ich bereits heute Ihr Buch erhielt. Ebenso erstaunt hat mich Ihr Vertrauen. Es löste ein gutes Gefühl bei mir aus. Danke. Selbstverständlich werde ich Ihnen ein feedback geben.
Und als ob es Zufall ist (aber es gibt keine Zufälle), verlässt heute mein bester Freund (ich hatte wirklich nie einen besseren) die Stadt. Er zieht von N. nach Berlin. Das Gefühl, ihn dann nicht mehr in meiner unmittelbaren Nähe zu wissen, zerreißt mir fast das Herz. Am liebsten würde ich herausbrüllen, wie weh es tut. Ich denke, dass ich 41 Jahre lang (das ist auch mein Alter) auf diese Freundschaft gewartet habe. Aber schon stellt sich mir die Frage, ob mein Gefühlsleben jetzt völlig aus den Fugen geraten ist. Schließlich bin ich glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Sie sehen, dass Ihr Buch bestimmt an jemanden geraten ist, der die Erfahrung eines anderen Menschen braucht, um die Dinge wieder etwas klarer zu sehen. Wie heißt es so schön: Wie weit man sehen kann, hängt vom Horizont ab. Vielleicht läßt sich selbiger bei mir durch die Lektüre erweitern. Für ihre mühen und ihre offenheit nochmals meinen herzlichen dank. für ihre mühen und ihre offenheit nochmals meinen herzlichen Dank.

6. Dezember 2000
Alexander G.:

Ich habe ihr Buch nach Erhalt gestern in einem Zug durchgelesen. Insgesamt war ich ziemlich begeistert.
Vorweg ein paar Anmerkungen zu den Formalien. Ihr Sprachstil ist sehr angenehm und hat wenig mit dem bei Juristen oftmals sehr verbreiteten Verkomplizieren, zu tun. Was mich am Aufbau ein wenig stört, ist das unübersichtliche und viel zu detaillierte Inhaltsverzeichnis.

25. November 2000
Knut G.:

mir ist aufgefallen, dass in ihrem werk der weitaus meiste raum dem körperlichen aspekt - sprich der körperlichen begegnung zwischen männern gewidmet ist. ich finde diesen aspekt, und besonders ihre beobachtung, dass männer offensichtlich sehr darum bemüht sind, jegliche homoerotischen assoziationsmöglichkeiten zu vermeiden, sofern sie heterosexuell sind, sehr interessant. das ist mir so bisher noch nicht aufgefallen.
gleichwohl scheinen mir die „seelisch - geistigen“ aspekte etwas zu kurz gekommen. ich meine damit nicht, dass sich männer nur „kopfig“ miteinander auseinandersetzen sollen, aber ich versuche - auch und unter anderem durch ihre schrift dazu angeregt - grundsätzlich einmal zu verstehen, was die verbale kommunikation zwischen männern im alltag so erschwert, wobei mir die einschlägigen argumente und historischen herleitungen aus der heutigen männerliteratur bekannt, aber nicht erschöpfend genug sind. sollte es ihr anliegen gewesen sein, den körperlichen aspekt deutlich heraus zu stellen, so ist ihnen das in meinen augen - auch durch ihre offenherzige darstellung - sehr gut gelungen.
dennoch denke ich, dass die meisten männer, soweit ich das beobachten kann, noch nicht einmal „echt menschlich“ miteinander kommunizieren können. es braucht in aller regel erstmal einen mann, der nicht befürchtet, sein gesicht zu verlieren - will sagen: der sich keinen zacken aus der krone bricht, wenn er sich und anderen eine schwäche eingesteht - um stimmungen so zu erschüttern, dass „gespräche“ überhaupt erst möglich werden. als mir das vor einigen jahren zu dämmern begann, „übte“ ich solche offenen verhaltensweisen immer mehr, und stellte dabei fest, wie sich dabei unterhaltungen in gespräche verwandelten.
wie dem auch sei: ich habe ihre kleine schrift als eine bereicherung erlebt, und sende ihnen hiermit für ihre mühen und ihre offenheit nochmals meinen herzlichen Dank.

12. November 2000
Bernd St.:
Herzlichen Dank für die dicke Mail. Ich hab sie in einem Rutsch durchgelesen und muss sagen, dass ich sehr Vieles davon unterstreichen kann.
Allerdings verstehe ich Ihre Ausführungen nicht so sehr als "Anleitung", sondern würde sie eher als "erste Schritte" verstehen, denn ich hab Freundschaft unter Männern durchaus noch viel körperlicher, intimer, ja erotischer erlebt. Dieser Punkt würde mich auch noch mehr interessieren, gerade auch in Abgrenzung zum Element "Sex" bzw. "No-Sex", wie Sie es verstehen. Ich finde die Formel "..." viel zu kurz gegriffen. Eine Männerfreundschaft darf ruhig etwas Erotisches haben. Warum denn nicht einen Mann schön finden, bzw. etwas an ihm, und dies z. B. durch Streicheln mitteilen? Oder einen herzhaften Kuss? ...
Ich find’s toll, dass Sie dieses Thema mal offen zur Sprache und ins Netz gebracht haben!

3. Oktober 2000
Carsten B.:
Ich habe noch ungefähr fünf Seiten Ihres Buches vor mir. Trotzdem hat es mich jetzt bereits in den Fingern gejuckt, Ihnen ein kurzes Feedback zu geben.
Vorab noch, ich beschäftige mich schon sehr lange mit dem Thema "Männerfreundschaften". Heute kann ich es so nennen, es gab Zeiten, da dachte ich auch, ich könnte schwul sein. Ihr Buch war nicht so der Blitz für mich, aber eine gute und noch nie in dieser Form gefunden Bestätigung meiner eignen Einsichten und Erfahrungen. Besonders gut tut es mir, wenn ich die Leserstimmen lese und feststellen kann, es gibt ne’ Menge Männer, die auch auf Ihrer Insel sitzen.
Erst nachdem für mich der Knoten geplatzt ist zum Thema "Männer", hat sich mein Leben entwickelt und entwirrt. Lange ist dies noch nicht her, aber es hatte auf mein gesamtes Leben unendliche Auswirkungen. Ich bin immer noch davon überzeugt, das ich erst am Anfang stehe. Nicht zuletzt hat mir eine Psychoanalyse, die ich seit vielen Jahren mache, zu vielen guten Einsichten verholfen. In der Analyse wurde mir klar, dass ich Nähe suche und lange Zeit mit Sex verwechselt habe.
Wir kennen uns nicht und doch habe ich für mich das Gefühl, Ihnen etwas von mir erzählen zu müssen (Sie sind ja quasi schon in Vertrauensvorleistung gegangen mit Ihrem Buch).

19. September 2000
Knut G.:
Zuerst einmal ein herzliches danke schön für ihre offenheit, mit der sie sich mit ihren erfahrungen in die öffentlichkeit stellen. ich habe den text heute morgen erhalten und fand ihn beim anlesen so spannend geschrieben, dass ich ihn direkt ganz gelesen habe. einen tiefergehenden kommentar kann ich jetzt noch nicht abgeben. was mich jedenfalls beeindruckte, war die beschreibung des weges und die konsequenz, mit der sie ihn beschritten haben.

25. Juli 2000
Hans-Joachim L.:
Herzlichen Dank für Ihren Text. Verblüffend die Deutlichkeit und auch der Mut, die eigenen Wünsche und die Erlebnisse so offen darzustellen. Ich selbst kenne viele Ihrer Sehnsüchte und Erfahrungen samt Mißverständnissen, Enttäuschungen und Verletzungen. Vieles von dem, was Sie beschreiben, hat meines Erachtens mit der entfremdeten männlichkeitsdominierten Gesellschaft und ihrer Weise, wie sie funktioniert zu tun, mit dem Leistungsprinzip, der Konkurrenz und dem Über- und Unterordnungsprinzip der sozialen Hierarchisierung zwischen Männern. Wie Sie ja auch erkannt haben, ist ohne ein gehöriges Stück Selbstüberprüfung (einschließlich Selbstliebe) keine Freundschaft zwischen Männern möglich.

5. Juli 2000
Torsten D.:
Ich habe es gelesen! Deshalb Dir als allererstes herzlichen Dank, daß Du es geschrieben hast und herzlichen Glückwunsch, daß Du solches erlebt und erfahren hast.
Ich bin sehr begeistert von dem, was Du schreibst, habe ich doch ähnliches erlebt. Andererseits sehe ich auch viel Stoff für einen angeregten Austausch von Gedanken, Meinungen und Erfahrungen. Aus Deinem Buch und Deinen Mails ist ja heraus zu lesen, daß Dich dieses interessieren und reizen würde.
Laß mich noch anfügen, daß ich mich in die Meinung derjenigen einreihen möchte, die sagen, Du solltest es publizieren. Auch wenn Du bisher kein Bedürfnis danach gehabt haben magst: Auch Du lebst ja nicht allein, vielleicht bedeutet es Dir ja etwas, daß andere davon profitieren können.
... dann kann es ja auch in diesem Fluß sein, einen Dienst an der Gesellschaft, an den Menschen zu tun, in dem Du das Buch unabhängig von einem eigenen Verlangen drucken läßt???

5. Mai 2000
Andreas W., Österreich:
Ich bin sehr begeistert von Ihrem Werk, da ich mich in Ihren gefühlvollen Schilderungen sehr stark wiedererkenne.
Ich bin in der sehr glücklichen Lage, einen Freund zu haben, mit dem ich eine Freundschaft leben kann, die auf den Fundamenten .... aufgebaut ist, obwohl wir beide nicht schwul sind.
Weshalb Ihr Buch ein Meilenstein in meiner Selbstfindung ist, werde ich nun erklären. Je intensiver unsere Freundschaft und je geringer mein Wunsch nach einer Freundin wurde, desto mehr wuchsen Zweifel in mir, ob ich nun schwul sei oder nicht. Ich haderte ziemlich lange mit dem Gedanken und schließlich hab' ich es einfach akzeptiert: Ich bin wahrscheinlich schwul! Bis mir bei Ihrem Buch ein Licht aufging. Ich will von meinem Freund "nur" Zuneigung, Liebe Akzeptanz, Berührungen, Nähe - und keinen Sex!
Das war faszinierend für mich und es schlug ein wie ein klärender Blitz.
Ich weiß jetzt dank einer Therapiestunde, daß mich meine Mutter bis jetzt (ich bin 26) nicht losließ und daher auch kein Platz für eine Frau in meinem Leben war. Ich bin jetzt ausgezogen und fühle, daß das Gefühl, irgendwann eine Freundin haben zu wollen, in mir wächst.
Noch eins: Durch Ihr Buch fand ich die Kraft, meinem Freund zu sagen, daß ich schon glaubte, schwul zu sein und ich jetzt weiß, daß ich nur Nähe will und suche. Dieses offene Aussprechen meiner neuen Situation bewirkte in ihm, daß er nun viel, viel mehr Nähe zu mir zulassen kann. Wahrscheinlich hatte er immer noch ein wenig Mißtrauen, ob ich nicht doch etwas anderes als nur Nähe von ihm wollte.

7. März 2000
Dr. Michael H.:
Wie ich Ihnen schon vor etwas längerer Zeit geschrieben habe, hat auch mich Ihr Buch äußerst fasziniert, wie es wohl vielen anderen auch erging. Besonders mit Freude erfüllt hat mich dabei allein schon die Tatsache, dass ich gespürt habe, dass ich mit derartigen "Problemen" nicht allein auf dieser Welt dastehe und dass jemand den Mut hat, sich offen dieses Themas anzunehmen.
Ich habe Ihr Buch mit Begeisterung gelesen und erinnere mich gut, dass ich bei meinem ersten Lesen, das Buch zunächst nicht, wie ich es ansonsten oft zu tun pflege, nach wenigen Seiten beiseite gelegt habe und später weiterlesen wollte, sondern dass ich dabei blieb, weil es mich richtig fesselte. Besonders gefiel mir dabei der Stil des irgendwie "darüber Stehenden", den Sie (zumindest auf den ersten 40 Seiten) meiner Meinung nach vermitteln. In diesem Teil des Buches wird das Buch vollständig seinem Untertitel "Fast eine Anleitung" gerecht, ohne - und das ist entscheidend - dabei in irgendeiner Weise einen "schulmeisterlichen" Stil zu vermitteln. Der Erzähler schildert zwar immer wieder, gezielt eingestreut, kurze Erlebnisse, die gleichsam einer Quelle der neuen Erkenntnis, ein weiteres Teil in jenem Puzzle ergeben, dass nach seiner Fertigstellung die "Anleitung" zum Erfolg einer Freundschaft darstellen soll. Genau dieser Stil vermittelt einem dann auch das angenehme Gefühl, dass der Erzähler das fertige Bild jenes Puzzles wohl schon kennt, und so liest man sich erwartungsvoll von Seite zu Seite, teilhabend an dem erhebenden Gefühl der Erkenntnis damit wohl auch immer ein Stück näher zu kommen. Ich weiss, das mag jetzt vielleicht etwas "dick aufgetragen" klingen, aber genau dieses Gefühl empfand ich dabei.
Nun, ich sagte oben in Klammern nicht ohne Grund "bis etwa Seite 40". Hier meine ich, plötzlich einen - wenn auch subtilen - Wechsel in Ihrem Stil zu entdecken. Es scheint mir, als wird der Erzähler plötzlich von seiner "Podest-Stellung" heruntergezogen (oder steigt er selbst herunter?).
Ich empfinde aber auch, dass sich der Stil zum Ende des Buches hin dann wieder wandelt, und zwar wieder zurück zum ursprünglichen hin. Hier ziehen Sie wieder Schlüsse aus den "Gefühlswirren" zuvor und runden den Text gekonnt ab. Die Anleitung ist eigentlich perfekt.

22. Februar 2000
Dr. Michael H.:
Auch ich habe seit meiner letzten Mail an Sie wieder ein paar sehr interessante Erfahrungen in diesem Bereich machen dürfen, die mich noch mehr in meiner Meinung bestärkt haben, dass die "wahre Freundschaft" zwischen zwei Männern wirklich etwas sehr Besonderes ist und durchaus auch von anderen Männern angestrebt wird, aber wohl bei den meisten stets mit einer gewissen Angst (meines Erachtens stets die Angst, von der Gesellschaft für schwul gehalten zu werden).
Ich mußte bei ein paar Gelegenheiten sogar sehr oft an die Schilderungen in Ihrem Buch denken, und dabei besonders an Ihren Wunsch nach körperlicher Nähe zu bestimmten Menschen. Diese Nähe zu zeigen ist in unserer Gesellschaft ja sehr schwierig geworden und scheint förmlich aberzogen zu sein.
... Ich wollte mit der Geschichte nur nochmals meine und Ihre Ansicht unterstreichen, dass "Freundschaft" mit einer bestimmten körperlichen Nähe zueinander etwas Besonderes ist, das wahrscheinlich von mehreren Leuten durchaus angestrebt wird. Aber ich denke, das ist heutzutage nicht unproblematisch (zwischen Nicht-Schwulen), besonders wenn man vielleicht versuchen würde, konkret darüber zu reden.

22. Januar 2000
Heribert B., Dipl.-Psych.:
...
saß diese Woche mehrere Stunden im Zug und hab Dein Buch gelesen. Find ich gut. Sehr authentisch, geradezu "schonungslos", sehr ich- und gefühlsnah. Liest sich leicht und mitunter geradezu spannend.
Inhaltlich trifft es ein ganz wesentliches Thema, das meinesErachtens in der Literatur zuwenig Beachtung gefunden hat: Die Homophobie bei Männerfreundschaften.
Keine Ahnung, warum Frauen damit weniger oder gar keine Probleme haben. Wohl weil der § 175 nur für Männer gegolten hat?

20. Oktober 1999
Axel Sch., Indien:
Sehr gut finde ich
Ihre Ausführungen auf Seite 23 ff zum Thema "Männer und Gefühle". Ich glaube, dass hier ein ganz großer Stolperstein auf dem Weg zu den von ihnen propagierten "besseren" Männerfreundschaften liegt. Unsere Einstellungen dazu können sich aber leider nicht einfach durch Lektüre ihres Buches ändern. Schon in frühester Kindheit wird einem doch eingebläut, dass Gefühle weiblich, oder sagen wir besser "weibisch" sind: Ein Indianer kennt keinen Schmerz, usw. - solche Sprüche hinterlassen in unserem Unterbewußtsein ihre Wirkung (hier dem sogenannten "Eltern-Ich") und beeinflussen uns später in unserem Handeln als Erwachsene.
Es gehört schon sehr viel innere Kraft dazu, sich hiervon zu lösen und statt dessen nüchtern unser "Erwachsenen-Ich" zu benutzen. Allerdings brauche nicht nur ich selbst diese Kraft, sondern auch die Person, deren Freund ich sein möchte.
Ganz frei von vom "Bild als Mann" waren Sie offenbar ... bei ihrem ... Selbstexperiment auf dem Seminar, das fand ich direkt schon kaltblütig.

13. Mai 1999
Dr. Michael H.:
Zunächst fand ich es sehr gut und auch mutig von Ihnen, eine solche Thematik anzusprechen. Männerfreundschaften sind, so glaube ich, in der Tat immer noch in gewisser Weise ein Tabuthema. Die Grenze zur Homosexualität scheint vielen sehr nahe oder besser gesagt sie haben Angst, jener Grenze nahe gebracht zu werden. Man redet lieber unverfänglich von "Kumpels".
Sie werden mir nun sicher glauben, daß ich Ihr Buch mit großem Interesse gelesen habe. Besonders die erste Hälfte fand ich sehr gelungen und sehr fesselnd. Man war fast wie in einem Roman darauf gespannt, was wohl noch kommen würde. In der zweiten Hälfte (in bin nicht mehr sicher, ob die Grenze genau in der Hälfte zu ziehen war) fühlte ich im Buch einen gewissen Verlust des "roten Fadens". Dies soll keine Kritik sein, sondern mehr ein Eindruck, der vielleicht auch nicht von ungefähr kommt. Ich hatte beim Lesen hier irgendwie das Gefühl, daß sich der Autor hier selbst in einer eventuell noch nicht ganz gelösten Verwirrung oder besser Unsicherheit der Gefühle befindet, was im Text in gewisser Weise seine Entsprechung findet. Das ist, wie gesagt, ein rein subjektiver Eindruck gewesen, der vielleicht beim zweiten Mal Lesen nicht mehr vorhanden ist. Ich weiß es nicht. Vor dem Hintergrund meiner Deutung (falls zutreffend) finde ich dies aber nicht schlecht, sondern im Gegenteil eher im Sinne des Buches.

7. März 1999
Kurt K.:
Ja, Ihr Buch hat mich fasziniert!
Habe mir nicht vorstellen können, daß das Thema Freundschaft für einen Hetero eine solche Bedeutung hat. Hatte eigentlich erwartet, etwas über schwule Freundschaften zu lesen.
Bin genauso beseelt von dem Vorurteil, wenn zwei Männer einander mögen, kann es ja eigentlich nur schwul sein. Jede Zeile Ihres Buches hat mich eines besseren belehrt.
Bestätigen kann ich als Schwuler die Angst, in der Öffentlichkeit als schwul zu gelten. Darum habe ich auch Angst vor Kontakten zu Männern, von denen ich die genaue sexuelle Orientierung nicht weiß.
Ich würde gerne mal den einen oder anderen Mann wiedertreffen, ohne einen sexuellen Hintergedanken. Aber diese verdammte Angst ist immer wieder stärker.
Bei einem Kollegen, von dem ich absolut der Meinung bin, er ist heterosexuell, fällt mir immer wieder auf, daß er diese Probleme offenbar auch hat. Er hat Angst, mit einem einzelnen Mann irgendwo hinzugehen. Seine Bemerkung immer wieder "ich bin doch nicht schwul ...".
Das Buch hat alle meine Erwartungen übertroffen. Es ist spannend zu lesen.
Man wundert sich nur, daß es nicht mehr Literatur über solch ein Thema gibt. Alle haben doch offensichtlich dasselbe "Problem". Vielleicht ist das ja der Grund?! Jeder denkt, es geht nur ihm so und sieht es als persönliches Problem an. Daß es den anderen auch nicht besser geht, ist offensichtlich.
Also Herr Dr. Steinmann, schön, daß Sie auf den Rat Ihrer Freunde gehört haben und dieses tolle Buch geschrieben haben. Die Gabe, ein Problem so genau zu analysieren und auch noch mit den richtigen Worten auf Papier zu bannen, ist nicht jedem gegeben. Bitte machen Sie weiter mit diesem Thema! Halten Sie mich über eine Aktualisierung bitte auf dem Laufenden.

26. Oktober 1998
Nick M., Australien:
Was mir schon am Anfang des Buches auffiel, war der Stil des Juristen. Klar, knapp, präzis, analytisch - vielleicht etwas „trocken“? Ich hoffe, Sei nehmen mir das nicht krumm.
Jedenfalls bin ich bisher so beeindruckt, daß ich mich, wenn sich dieser Eindruck nicht wesentlich ändert, wahrscheinlich dazu hinreißen lassen könnte, Ihnen das Ganze ins Englische zu übertragen - nur wenn sie wollen, natürlich. Der Gedanke kam mir, weil ich hier ein paar „Freunde“ habe, die das evtl. auch interessieren würde. Abgesehen davon, ganz kaltblütig gesehen, würden Sie mit einer englischen Version wahrscheinlich im Internet auch einen bedeutend größeren Leserkreis bekommen.

11. Oktober 1998
Martin D.
Ich anerkenne, daß Sie für die Männerwelt eine Art Pionierleistung vollbringen!
Zu Ihrem Mut und Ihrer Konsequenz beglückwünsche ich Sie!

31. August 1998
Alex B.:

Ich kann nicht sagen, warum ich mich so lange gesträubt habe, Ihr Buch zu lesen. Jetzt, nachdem ich es endlich getan habe, ärgere ich mich darüber, daß ich es nicht schon früher getan habe! Ich habe das Buch förmlich verschlungen!!!
Irgendwann hatte ich gemerkt, daß die Freundschaft mit Andreas sehr auf der Kippe stand. Ich wußte nicht mehr weiter und habe Ihr Buch zur Hand genommen. Ich habe gehofft, daß es mir einige Fragen beantworten würde! Meine Hoffnungen haben sich voll erfüllt! Es hat mir sehr dabei geholfen, die Gefühle, die ich über die letzten Monate entwickelt hatte, einzuordnen! Ich mußte sehr viele Erfahrungen machen, die Sie in Ihrem Buch beschrieben haben. Hätte ich es früher gelesen, hätte es mir, und somit auch Andreas, vieles erleichtert! Jetzt haben wir eine Freundschaft, wie ich sie noch nicht erlebt habe! Vielleicht ist es auch die einzig wahre, die ich je hatte!?

10. August 1998
Michael M.:
Der leicht lesbare Stil und der lebendige Ausdruck machen Ihr Buch zu einer wichtigen Ergänzung meines bisher Erlebten.

6. August 1998
Frank K.
Wenn ich Ihnen nun sage, daß es beim Lesen für mich an mehreren Stellen Aha-Effekte gegeben hat, und ich nun begonnen habe, bisher Erlebtes erneut zu betrachten und zu beurteilen, gewissermaßen zu durchleben, weil Sie mir durch Ihre Offenheit die Augen geöffnet haben, bedeutet das aber auch zugleich, daß ich für Sie kein kompetenter Gesprächspartner bin. Ich stehe am Anfang des Weges, während Sie schon etliche Meilen vorausgeeilt sind.
Ich habe die Dinge noch nie so eingehend betrachtet, ja manchmal sogar beiseite geschoben aus Angst (?) vor den eigenen Gedanken. Das Thema Freundschaft ist jetzt erst wieder zu einem echten Thema für mich geworden. Sie haben dem Thema durch Ihre Gedanken und An-/Einsichten mehr Raum und damit mehr Inhalt gegeben.

28. Juli 1998
Guido R.:
Vielen Dank für ein sehr gutes, hilfreiches Buch.

18. Juli 1998
Ingo K.:

Zu einem derart emotionalem Thema ein so analytisches Buch zu schreiben, will gekonnt sein. Sie schreiben ihre Gedanken nieder und schaffen für diese einen Hintergrund aus interessanten Fakten. Sie geben dabei sehr viel aus der eigenen Gefühlswelt preis (...) und wissen auf diese Art die Leser immer wieder zu überraschen.

16. Juli 1998
Christoph Sch.:

Ihr Buch hat mir bei dem Versuch einer Standortbestimmung meiner selbst etwas sehr Wichtiges aufgezeigt. Daß es eben nicht nur streng schwul oder hetero gibt, sondern viele Zwischenstufen.

14. Juli 1998
Peter M.:

Ich habe Ihr Buch mit großer Neugier gelesen. Es war für mich doch sehr spannend, was dabei am Ende herauskommt.
Wenngleich ich mir selbst in Männerfreundschaften etwas (oder sogar viel) mehr Zuneigung wünsche, ging mir Ihr Ansatz sehr weit, zumindest aus jetziger Sicht. ...
Das konsequent Analytische hat mir schon gefallen. Mit wissenschaftlicher Nüchternheit versuchen Sie, die Wahrheit zu finden. Ich glaube auch, daß nicht wenige im Gebiet der Gefühle an der Wahrheit oder zumindest an den erkennbaren Gesetzmäßigkeiten interessiert sind. ...
Ihre Offenheit und Experimentierfreudigkeit ist sehr mutig. Die einfache Formel Freundschaft ist ..., gefällt mir sehr gut.
Als ich vor 7 Jahren, also mit 42, mal spontan mit Judo anfing, war mir die körperliche Nähe zu Männern direkt ein neues Gefühl, was einerseits Überwindung kostete, andererseits konnte ich es auch als sehr angenehme Erfahrung verbuchen, es machte mich etwas freier. Ich habe den Sport nur eineinhalb Jahre durchgehalten, er war mir dann doch zu hart.

11. Juli 1998
Anton A.:

Ich danke Ihnen sehr für das einmalige Erlebnis, das mir die Lektüre Ihres Buches beschert hat. ...
Ihr Buch richtet sich eigentlich an den männlichen Freund. Eine Erfahrung, die ich bisher noch nicht in ausreichendem Maße gemacht habe. Ich suche nach dem wahren Freund (natürlich nicht auf sexueller, sondern auf rein intellektueller Art). Ihr Buch hat mir ein Stück Lebensfreude zurückgegeben. Auch ich werde fündig werden ... Also herzlichen Dank für Ihr Druckwerk. Sie sollten sich einen Verlag suchen.

5. Juli 1998
Anton A.:

Ich habe den Inhalt Ihrer Webseite mit viel Freude verfolgt. Ich bin davon innerlich berührt worden und freue mich schon sehr auf die Lektüre ihres Buches.
Auch mich prägen Gedanken über mein soziales Verhalten in meiner Kindheit. Auch ich hatte es oft nicht leicht. Durch viel Erfahrung habe ich aber heute ein Selbstvertrauen gewonnen und habe einen breiten Bekanntenkreis. Aber wahre Freunde habe ich nur in bestimmter Gesellschaft gefunden. Wahre Freunde sind eine Seltenheit und man sollte die Verbindung zu ihnen pflegen.

1. Juli 1998
Gunter P.:

Ich habe den Eindruck, daß Sie sich darum bemühen, sich selbst (und gegebenenfalls auch anderen Menschen) beweisen zu wollen, daß Sie nicht homosexuell sind. Vermutlich haben Sie mit diesem Bemühen aber Unrecht.

2. Juni 1998
Andreas M. Pilot:

Ich kann nur sagen, daß mich das Buch tief berührt und mich an sehr viele Situationen der letzten 4 Monate erinnert hat. Außerdem hat es mich sehr beruhigt. Ich kann nachts auch wieder richtig schlafen, da ich nun weiß, daß ich nicht der einzige bin, dem es so oder so ähnlich ergeht.

1. Juni 1998
Georg L.
Vielen Dank für die schnelle Zusendung Ihres Buches. Und ich bin begeistert. Tatsächlich enthält Ihr Buch viel von dem, was ich bisher ahnte, aber nie anzusprechen wagte.

18. Mai 1998
Christoph P.
Es war für mich interessant und spannend zugleich, die Entwicklungslinien Ihrer Freundschaften zu verfolgen. Es hat mich positiv überrascht, mit welcher Offenheit Sie über ein so intimes Thema gesprochen haben. In der Tat war ich, als ich das Inhaltsverzeichnis gelesen hatte, der Meinung, hier wolle jemand von seinen homosexuellen Gefühlen und Erfahrungen berichten. Um so mehr hat es mich überrascht, daß Sie als Heterosexueller (insofern es das überhaupt gibt) ... Diesen Mut hätte ich nicht. Die Frage bleibt jedoch, was ein Mann macht, der homosexuell ist, aber trotzdem auch auf eine platonische Nähe von Männern nicht verzichten möchte.
Ich stimme Ihnen zu, daß vieles in den Beziehungen zwischen Männern verkehrt läuft, und es eigenartig ist, warum ich nicht zu einem Mann sagen kann, daß ich ihn liebe. Allerdings liegt es an jedem einzelnen, für eine andere Atmosphäre zu sorgen und einfach den Anfang zu machen. Oftmals, so wohl auch bei mir, sind es die anerzogenen Bilder, die mich unfähig machen, eine liebende Beziehung zu Männern zu finden, und der Freundschaft auch eine „leibhaftige“ Grundlage zu geben. Insofern hat mich Ihr Aufsatz auch persönlich sehr angerührt. Den Aufsatz finde ich spannend geschrieben.

14. Mai 1998
Michael K.
Ihr Buch habe ich mit Genuß in einem Zug gelesen. Ich danke Ihnen zunächst einmal für dieses Geschenk. Ich muß sagen, daß ich Ihren Mut bewundere, in dem Buch zu der Unsicherheit zu stehen, „bin ich denn schwul, wenn ich Nähe zu Männern suche“ und auch zu dem Beschluß „das prüfe ich experimentell“. ...
Ihr Buch ist anders und ich denke, ich nehme den einen oder anderen Gedanken daraus mit.

12 Mai 1998
Christian K.
Ich habe Ihr Buch heute erhalten - vielen Dank - und auch gleich angefangen, es zu lesen. Natürlich bin ich noch nicht fertig, aber ich muß feststellen, daß ich ganz ähnliche Erlebnisse wie sie hatte und habe. Es geht mir zum Beispiel ähnlich wie dem Johannes in Ihrem Buch. Auch ich versuche, jemandem meine Vorzüge, Stärken zu zeigen, um ihn zu „vereinnahmen“. Habe ich das dann jedoch geschafft, erlischt mein Interesse bzw. meine Achtung vor dem anderen meist. Das Kuriose ist, ich kann das nicht mal beeinflussen. Eben war da noch so ein Gefühl und plötzlich ist es einfach so, als wär's nie gewesen.
Vereinnahmen ist aber nicht das einzige, was mich an einem Menschen interessiert. Ich möchte seinen Respekt, seine Anerkennung, ich möchte aber auch, daß er für mich da ist. Ich möchte wissen, da ist jemand, auf den ich in Zeiten schwerer Not zählen kann.
Vielleicht sollte ich hier einmal kurz unterbrechen, und mich kurz vorstellen. Ich bin Christian K., 22 Jahre alt, Einzelkind - und schwul. Das mag vielleicht auf manche Sachverhalte ein anderes Licht werfen bzw. sehe ich daher auf Frauen bezogene Dinge etwas anders. Im Grunde genommen habe ich jedoch mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie Sie. Wenn man sich zu einer wahren Freundschaft noch eine sexuelle Komponente hinzudenkt, hat man ein schwule Beziehung. Leider ist so eine richtige Beziehung sehr, sehr schwer zu finden. Ich möchte jemanden haben, der für mich da ist und immer zu mir hält. Allerdings muß dieser jenige, damit ich ihm „treu“ bleiben kann, mir ein Gefühl von seiner Stärke, Überlegenheit vermitteln können, ebenso wie er mir die Sicherheit vermitteln muß, diese Stärke nie gegen mich zu verwenden.
Ich bin eigentlich jemand, der gut für sich selber sorgen kann, doch irgendwann brauche ich auch mal Ruhe und Rückhalt, und die finde ich eigentlich nur bei einem wahren Freund.

12 Mai 1998
Christian K.
Im Internet bin ich auf Ihr Buch gestoßen. Das Problem mit der wahren Freundschaft habe ich auch schon des öfteren gehabt. Ich habe mich dann gefragt, ist mein Kumpel nur ein Kumpel oder ist er auch ein Freund. Worin unterscheiden sich Kumpel und Freund voneinander? Ich hoffe, Ihr Buch kann mir helfen, diese Frage zu beantworten.

12. Mai 1998
Alexander G.
Zu den ersten Seiten kann ich Ihnen jedoch aus dem Kopf kurz ein paar Anmerkungen machen:
 - Das Inhaltsverzeichnis ist zu umfangreich, der Inhalt wird vorweggenommen. Ein guter Prolog ist ausreichend.
 - Durch die ungeschminkte Vermittlung ihrer Gedanken erreichen Sie, daß der Leser zum Vertrauten/Freund wird. Diese Offenheit bringt man nur einem Freund entgegen und kann man auch nur entgegenbringen, wenn man ehrlich dabei ist.
 - Sie sprechen Erlebnisse / Gedankengänge aus Ihrer Kindheit an, die mir auch in meiner Kindheit begegnet sind.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem Buch und bedanke mich für die freundliche Überlassung des Skriptes.

11. Mai 1998
Peter Z.
Ich hatte mir mehr Klarheit über Beziehungen unter Männern aus Ihrem Buch erwartet. ... Ich habe mir auch eine gewisse Spannung aus dem Buch erwartet, weil Männerfreundschaften immer auch eine erotische Komponente haben und die sind einfach was Spannendes (wobei ich wirklich die Erotik, nicht den schwulen Sex anspreche).
Auch hatte ich in der Korrespondenz vor dem Buch davon geredet, daß ich die Erfahrung gemacht habe, daß die meisten Männer, die nach einer tieferen Beziehung zwischen Männern suchen, ziemlich einsam sind mit ihren Vorstellungen und mit ihren Gefühlen. Ich würde mir eher wünschen, so ein Buch zu lesen, das von diesen Gefühlen spricht. ... Ich danke Ihnen für Ihren Mut, das Thema anzugehen und für die Idee der Verbreitung.

11. Mai 1998
Peter Z.
Hallo, gerade wollte ich zumachen, da kam schon Ihre Reaktion, ... ich bin auch nicht ausführlich geworden, weil ich das momentan nicht kann. Ich bin einfach in einer depressiven Phase. Ich jedenfalls leide darunter, den Anschluß verpaßt zu haben. Trotz intensiver gesellschaftlicher, beruflicher Verbindungen und Unmengen sozialer Kontakte habe ich kaum einen Freund, mit dem ich Gefühle austauschen kann. Ich wünsche mir sehr eine Männerfreundschaft, die nicht frei ist von erotischer Spannung, aber dennoch per Distanz, nämlich voll Achtung voreinander ist. Peyrefitte schreibt in einigen seiner Bücher darüber.

9. Mai 1998
Jürgen L.
Soviel sei schon einmal gesagt. Die ersten Zeilen, bis Seite 33, die ich bis jetzt gelesen habe, fand ich faszinierend und packend, so daß ich jetzt schon auf den Rest gespannt bin. Andererseits sind in den ersten Seiten so viele Antworten auf von mir gestellte Fragen, so daß ich wiederum froh bin, den Rest noch nicht gelesen zu haben, da ich das bis jetzt Gelesene im Unterbewußtsein weiterverarbeite. Es ist ein aufbauender Text. Der Informationsgehalt läßt mich durch alle Lebensjahre von mir wandern. Ich bin froh, daß ich nicht allein mit der Problematik, die Sie schildern, dastehe, andererseits frage ich mich, wieso ich nicht selbst das Stadium der Erkenntnis erreicht habe, wie Sie es haben.

9. Mai 1998
Henry Sch.
Ich habe Ihr Buch mit sehr großem Interesse gelesen und mich in vielen Äußerungen wiedergefunden. Da ich mich in den letzten Jahren in einer Situation befinde, deren Thematik Sie anhand Ihrer Erfahrungen beschreiben, gab und gibt es eine große Resonanz. Ich bin 48 Jahre alt und bin seit 24 Jahren glücklich verheiratet. Seitdem vor 10 Jahren mein bester Freund verstarb, bin ich auf der Suche nach einem Mann, dem ich ein Freund sein kann und der mir ein Freund sein will.

9. Mai 1998
Hardy F.
Ich weiß nicht mehr genau, ob ich Ihnen damals geschrieben habe, daß ich Ihr Buch auch meinem besten Freund Bill zum Lesen gegeben habe. Das eigentliche Problem ist, daß der Bill keinen PC hat, um seine Eindrücke selber zu Papier zu bringen. Da wir uns ‘eh relativ selten sehen, haben wir bereits zweimal versucht, daß er mir seine Eindrücke diktiert und ich sie dann in den PC eingebe. Und da liegt die nächste Schwierigkeit. Diese beiden Diktierversuche haben jeweils zu zwei durchdiskutierten Nächten geführt, deren Verlauf für Sie sicher interessant gewesen wäre. Ich denke, diese langen Gespräche haben uns beiden viel gebracht, jedoch ist dabei die Kommentierung Ihres Buches (vorerst) auf der Strecke geblieben.

10. April 1998
Tom P.
Vielen Dank für die rasche Zusendung Ihres Buches. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Es hat mich sehr überrascht, daß ich mit meinen Erfahrungen und Problemen, was Männerfreundschaften betrifft, nicht allein bin. Ich bin sehr begeistert.

19. März 1998
Luis aus Peru:
..., denn es ist sehr natürlich geschrieben. Fast so, wie jemand seinem Freund darüber erzählt.

7. März 1998
Luis aus Peru:
Vielen Dank für die Sendung Ihres Buches. Ich habe gleich, als ich es bekam, schon angefangen zu lesen. Es gefällt mir sehr gut; die einfache Art zu schreiben, die Offenheit der Darstellung Ihres Lebens in dem Buch finde ich großartig, ein mutiges Buch.

3. März 1998
Jürgen M.:
Zunächst einmal ist Ihr Buch ja ein intimer Erlebnisbericht, den ich in einer solchen Form noch nie gesehen habe. Aber Sie verbinden mit diesem Bericht auch die Absicht, Ihre Erkenntnisse weitergeben zu wollen, weil Sie glauben, daß viele Männer in einer ähnlichen Situation sind oder waren bzw. auch gerne mehr (echte) Freunde hätten (wenn sie nur könnten).

2. März 1998
Jürgen M.:
Ihr Buch habe ich gestern gelesen. Nachdem ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Ein gutes Zeichen.


Dr. Christian K. Steinmann

München, am 22. August 2009

Rechtsanwalt

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