Dr. Christian K. Steinmann
Die Kunst,
eines Freundes Freund
zu sein
Fast eine Anleitung
Verlag ... (Den werde ich mir noch suchen!)
Seite 2:
Hinweis vor aller Lektüre
Mein Ziel ist es, dass Sie einen möglichst großen Nutzen aus diesem E-Buch ziehen. Wie erreichen sie den?
Auch wenn Sie sehr neugierig sind, tun Sie sich bitte den Gefallen und fangen nicht mitten im E-Buch oder hinten zu lesen an. Viele Fragen, die mich beschäftigten, werden Ihnen auch schon einmal durch den Kopf gegangen sein oder werden Sie beim Lesen zum Nachdenken reizen. Vielleicht haben Sie eine ganz andere Antwort gefunden oder finden sie jetzt beim Lesen. Dann kann der Vergleich mit meiner Antwort oder der anderer, von denen ich berichte, sehr interessant und weiterführend für Sie sein.
Daher meine Empfehlung und Bitte: Lesen Sie Seite für Seite und bringen Sie sich nicht selbst um alle Entdeckerfreude!
Ich schildere alle Begebenheiten so, wie ich sie in Erinnerung behalten habe, wobei ich mich auf frühere Notizen stütze. Ich habe nichts hinzuerfunden. Allerdings sind alle Namen geändert.
Ach, noch etwas: Das E-Buch fällt kraft Gesetzes, nämlich nach § 2 Urheberrechtsgesetz unter das Urheberrecht. Das bedeutet: Sie dürfen sich den Inhalt aneignen, aber den Text nicht selbst in irgendeiner Form ohne meine Zustimmung vervielfältigen oder verbreiten. Das einzige, was § 53 Urheberrechtsgesetz erlaubt: Sie dürfen sich für Ihren privaten Gebrauch eine Papierkopie machen. Das Kopieren des elektronischen Textes auf Diskette oder in anderer Form zur Verbreitung wird vom Urheberrechtsgesetz jedoch nicht erlaubt. Doch wenn Sie mir Ihren Plan schildern, werde ich meine Zustimmung wohl kaum verweigern.
© 1998 Dr.
Christian K. Steinmann
Stuckstraße
8 (Bogenhausen)
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Internet: http://www.freundschaften.de
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Inhaltsverzeichnis
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Hinweis vor aller Lektüre |
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Inhaltsverzeichnis |
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Vorwort |
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Statt einer Einführung |
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Es begann mit einer Pleite und das kam so: |
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Warum diese Geschichte? Führt sie weiter? |
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Aber wieso sollen Freundschaften selten sein? |
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Ohne eine klare Vorstellung von Freundschaft, |
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vom Ziel, gibt es keinen direkten Weg. |
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Dieser Schritt kostet etwas Mut. |
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Aber mit Männern? |
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Doch welchen Sinn sollte dieser Kontakt haben? |
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Plötzlich nahm ich ein Gefühl wahr, das ich bis dahin noch nie bemerkt hatte: |
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Eigentlich müsste es doch sehr angenehm sein, |
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das Objekt von Sehnsucht und Begierde eines anderen zu sein. |
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Schließlich fragte ich ihn, |
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worauf er denn bei einem neuen Freund hinaus wolle. |
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Was wollte ich denn von den Männern, die mir gefielen? |
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"Aha, daher immer nur Mißerfolge!" |
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Soviel war deutlich: Ich wollte von bestimmten Menschen etwas haben, |
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Was passierte bei weiteren Begegnungen? |
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In den letzten Jahren habe ich viele Männer, die mir häufig nur flüchtig begeg- |
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neten, nach ihren Ansichten über die Grundlagen von Freundschaft befragt. |
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So ein Ärger über mich selbst hatte stets sein Gutes, |
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Wann jedoch erkennt ein Mann ein Interesse an seiner Person |
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als gerechtfertigt an? |
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Aber wie wäre es mit einem Schritt nach vorn? |
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Endlich war der Bann gebrochen! |
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Wenn jemand ungehindert seine Freude an einer überraschenden Begegnung |
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zeigt, was kann ihn veranlassen, eine Fortsetzung zu vermeiden, |
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Voraussetzungen von Freundschaft |
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Was erschafft Freundschaft? |
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War es erst einmal ausgesprochen, |
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Machen die ewigen Vorwürfe uns Männer allergisch? |
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Ist "Gefühl" für Männer ein Tabu? |
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Wer will sich schon dem Verdacht aussetzen, schwul zu sein, |
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Aber was steckt hinter der Angst, für schwul gehalten zu werden? |
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Wohl jeder Mann, fast gleich welchen Alters, möchte |
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Offensichtlich haben es da alle die Völker leichter, bei denen der junge Mann |
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Vielleicht läuft mehr oder weniger bewusst, im Zweifel eher weniger, |
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bei vielen folgende Gedankenkette ab: |
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Der Verdacht, schwul zu sein, träfe somit |
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die allermeisten Männer überaus empfindlich |
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Diese Entwicklung hatte bei mir eingesetzt, als ich mich erstmals gefragt hatte, |
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Plötzlich stand mir die neue Frage klar vor Augen: |
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Nehme ich dieses Beispiel als Parallele, |
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Jetzt hatte ich zwei Fragen: |
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Geht es Ihnen auch manchmal so: |
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Mit einem Mal war mir klar: |
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Wie aber können Beziehungen, die nicht auf |
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gemeinsamen Interessen irgendwelcher Art, sondern auf |
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Ein einziges Mal ist mir so etwas mit einem völlig Fremden passiert, |
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Warum war aus vielen Begegnungen bis jetzt nie |
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eine Freundschaft herausgewachsen? Ganz einfach: |
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Nun hatte ich meine theoretische Erkenntnis, |
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Nirgends ist mir so drastisch klar geworden wie hier, |
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Seit mehreren Jahren kannte ich Rainer, |
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Doch wie kann man ein Gefühl der Zuneigung zu einem Mann ausdrücken? |
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Also gibt es nur eine Lösung: |
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Auf die erste Frage hatte ich jetzt eine klare Antwort: |
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Wie bringt man Gefühle in beginnende Beziehungen ein? |
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Ich hatte keinen Zweifel mehr: Endlich war ich auf dem richtigen Weg! |
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Lange hatte ich vermutet, dass Nähe etwas Besonderes beinhaltet. |
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Damit trat eine weitere Frage auf: Wieso habe ich |
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ich hielt die Augen nach einem weiteren Freund offen. |
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Mit seinem Beruf – das spürte ich deutlich – |
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Wenn ich jemanden gern habe |
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Ähnlich wie bei Rainer hinterließen die Begegnungen mit Martin |
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Ich hielt und halte es immer für besser, |
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wenn Freunde eine Freundin oder Frau haben. |
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Worin bestand die Freundschaft? |
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Wege zur Herzlichkeit |
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Eines Abends hatten wir einen jungen Mann – Andreas – zu Gast. |
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Der erste Eindruck voneinander fiel – wie ich später erfuhr – |
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beiderseits sehr positiv aus. |
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Was hatten wir getan, dass eine so belebende Wirkung eintrat? |
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Unsere Gespräche verliefen ganz anders. |
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Aber was belebte mich? |
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Wahrscheinlich erklärt dies noch nicht alles. |
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Dass Andreas und Markus seit sechs Jahren befreundet waren, |
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Wenn ich mir eines Widerspruchs in meinem Handeln bewusst werde, |
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Plötzlich unterbrach Markus so ein Schweigen |
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Wer Umarmungen nur vom Fernsehen |
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oder der Bussi-Bussi-Gesellschaft her kennt, |
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Die Umarmung von Markus war nicht nur eine Überraschung, |
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sie war auch anders, |
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Ich selber hatte den Eindruck, |
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Auch wenn ich allgemein die Erfahrung gemacht hatte, |
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dass persönliche Gespräche nur als Zweiergespräche fruchtbar sind, |
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Obwohl Andreas irgendwie männlicher, reifer gewirkt hatte, |
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Genau das schien er rein gefühlsmäßig nicht so recht glauben zu können. |
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Im Urlaub war Andreas kaum wiederzuerkennen. |
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Mit jeweils ein paar Wochen Abstand trafen wir uns in München zweimal, |
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Doch was war inzwischen mit Markus und mir passiert? |
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Schließlich wurde mir klar, wenn ich mich nicht bald zu irgendetwas aufraffte, |
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Der Abend hatte mir deutlich gemacht, |
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wie schnell sich eine Situation völlig verändern kann, |
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Die nächsten Begegnungen – regelmäßige gibt es bis heute nicht – |
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Um es verständlich zu machen, muss ich etwas ausholen: |
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Schlagartig wurde mir jetzt klar, was bei Martin und Rainer |
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diese unerklärliche Unzufriedenheit ausgelöst hatte. |
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Eines Tages rief mich Andreas an und schlug mir vor, mich zu besuchen. |
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Dies ist nach meiner Erfahrung ein ganz entscheidender Schritt. |
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Es scheint kaum bekannt zu sein, welche Freude es macht, |
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Diesen Schritt kann man nur ab einer gewissen Stufe |
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der Selbstliebe und der Selbstsicherheit machen. |
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Urlaubsbegegnungen habe ich oft in bester Erinnerung, |
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Wird meine Zuneigung angenommen, löst dies bei mir das Bedürfnis aus, |
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Diese Nähe besteht nicht in irgendeiner Umklammerung. |
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Dieser Schritt von Sympathie zu mehr Gefühl ist selten genau zu erfassen, |
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so werde ich vielen ebenso lebensfremd erscheinen, |
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wenn ich die Entwicklung einer Freundschaft in Stufen einteile. |
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Höchstwahrscheinlich die schwersten Hürden sind |
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Andreas nun brachte mich in eine Art Zwickmühle. |
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Doch wie kann ich solche Feinheiten, wie er zu mir steht, herausgekommen? |
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Wenn jemand ein deutliches Gefühl von Zuneigung spürt, |
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möchte er dieses Gefühl auch ausdrücken. |
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Die spontanen Gesten sind für mich ein sehr deutliches Erkennungszeichen. |
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Ist das nicht ein merkwürdiges Ergebnis? |
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Daraus ziehe ich den Schluss: |
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Allerdings kann das Wissen auch zu sehr klaren Erkenntnissen |
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der eigenen und fremden Grenzen führen, wie es mir jetzt passiert ist. |
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Weit vorn (Seite 22) hatte ich versprochen, |
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Bin ich bei meiner Klettertour auf dem Gipfel angekommen? |
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Nachwort |
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Seite
7:
Vorwort
Als unser Sohn noch recht klein war, bezeichnete er jeden Spielkameraden, den er tagsüber kennenlernte, am Abend ganz selbstverständlich als neuen Freund. Ich habe ihn nie korrigiert, aber offensichtlich stiegen ganz von selbst seine Anforderungen, denn er ging immer kritischer mit dem Begriff um. Die Schar seiner Freunde schrumpfte daher.
"Freunde zu haben" ist wohl allen Kindern und Jugendlichen und vielen Männern ein echtes Bedürfnis und oft zugleich ein Statussymbol.
Ausgehend von einem Fernsehangebot, Teilnehmer für eine Diskussionsrunde über Männerfreundschaft zu suchen, habe ich viele Männer nach den Grundlagen von Freundschaft befragt. Die Frage fanden alle interessant, aber eine Antwort lag fast keinem auf der Zunge. Die Mehrheit nannte zwar einen Freund, häufig sogar mehrere ihr eigen und niemand verweigerte generell die Auskunft, aber fast alle taten sich ungeheuer schwer, etwas Inhaltliches zu Freundschaft zu sagen. Sehr klare Vorstellungen hatten von hundert Befragten etwa fünf.
Das hatte ich nicht erwartet. Es hatte zur Folge, dass trotz mehrjähriger Suche die Fernsehdiskussion bis heute noch nicht stattgefunden hat. Inzwischen würde ich jeder Diskussion eine Sendeform vorziehen, bei der sich eine Entwicklungslinie aufzeigen lässt.
Bei den Gesprächen stellte ich fest, dass ich mir aufgrund jahrzehntelanger Erfahrungen eine sehr klare Vorstellung gebildet hatte, die auf eine erstaunliche Resonanz stieß.
Bei mehreren Gläsern Wein hat mich Herr Fritz Neske, Chefredakteur der "NJW-CoR Computerreport" (für Nichteingeweihte: das ist eine Beilage zur "Neuen Juristischen Wochenschrift", dem Leib- und Magenblatt aller Juristen), einen ganzen Abend lang nach allen Regeln seiner Kunst in die Mangel genommen, um mir klar zu machen, ich müsse ein Buch schreiben.
Die erste Folge davon war, dass ich mich lange nicht mehr bei ihm blicken ließ, weil ich seine Frage fürchtete: "Na, wie steht’s denn mit dem Buch?"
Die zweite Folge: Er hatte mir einen eine Art "Floh ins Ohr" gesetzt, der mich nicht mehr los ließ.
Als ich dann feststellte, dass meine Vorstellungen über Freundschaft auf immer mehr Interesse stießen und sie sich beim Umsetzen im Leben sichtlich bewährten, trat die Langzeitwirkung des Abends mit Herrn Neske ein und ich begann zu schreiben.
München, am 22. August 2009 Version 2.09
Dr. Christian K. Steinmann
Seite 8:
Statt einer Einführung
Es begann mit einer Pleite und das kam so:
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